Gedenken an Willy Aron am Franz-Ludwig-Gymnasium PDF Drucken E-Mail
am 23.06.2016 verlegte die ehemalige Schule von Willy Aron zusammen mit Herrn Michael Panzer vom Energie- und Baubetrieb der Stadt Bamberg und der Willy-Aron-Gesellschaft einen Stolperstein für Willy Aron vor den Toren des Gymnasiums.
Einen Bericht finden Sie auf den Seiten des FLG:
http://wiki.bnv-bamberg.de/flg-wiki/index.php/Aktuelles

Bereits im Frühjahr wurde auf dem Schulgelände ein Gedenkort für die jüdischen Mitschüler eingerichtet, die in den 30er Jahren unter der zunehmenden Diskriminierung der NS-Herrschaft leiden mussten.

 
Mahnmal für Widerstand und Zivilcourage PDF Drucken E-Mail
Feierliche Enthüllung am 25.06.2016 im Harmoniegarten in Bamberg


11.00 Uhr: Festakt im E.-T.-A.-Hoffmann-Theater Bamberg

FestrednerInnen: Regierungspräsidentin Piwernetz und Professorin Dr. Talabardon

Musikalische Begleitung: kleines Ensemble des Bamberger Symphonikers Eduard Resatsch mit einer  Uraufführung

12:00 Uhr: Enthüllung der Stelen im Harmoniegarten

Musikalische Umrahmung: Perkussionist Felix Uttenreuther, Stipendiat des Richard-Wagner-Vereins Bamberg e.V.



 
 
Widerstandsdenkmal in Bamberg wird eingeweiht PDF Drucken E-Mail



Mit einer Feier im benachbarten E.T.A.-Hoffmann-Theater wird am 25. Juni 2016 um 11 Uhr das Bamberger Widerstands-Denkmal eingeweiht und der Stadt Bamberg übergeben. Drei Bonzebüsten des örtlichen Bildhauers Albert Ultsch werden künftig im Harmoniegarten Bamberg zwischen Schönleins- und Schillerplatz an Willy Aron, Hans Wölfel und Claus Schenk Graf von Stauffenberg erinnern. Mit Willy Aron findet sich unter den Geehrten auch ein korporierter Sozialdemokrat.

 

Die Stelen der drei Büsten werden jeweils auf einer braunen Porphyrsteinplatte stehen:  „Die Farbe Braun verweist auf den Nationalsozialismus, aus dem die drei Protagonisten heraustraten. […] Zwei weitere Steinplatten rechts und links der Anordnung gehen in den Straßenbelag über und verweisen in die Gegenwart“, beschreibt die Willy-Aron-Geellschaft Bamberg e. V., von der die Initiative ausging, die künstlerische Idee des Denkmals. Die drei Namen stehen stellvertretend für alle Bürger der Stadt, die aus unterschiedlicher Motivation heraus dem Nationalsozialismus widerstanden haben. „Die Verknüpfung von politischem, militärischem und kirchlichem Widerstand in einem Mahnmal“ – so die Initiatoren – ist mutig und einzigartig in dieser Weise.“ Das Denkmal wolle keine „Heldenverehrung“ betreiben, sondern zum Denken anregen: Zum einen erinnert es an die lokalen Bezüge des Widerstands gegen den Nationsozialismus. Zum anderen mahnt es durch seine künstlerische Umsetzung, darüber nachzudenken, wie es heute gelingen kann, sich für Menschlichkeit, Recht und Demokratie einzusetzen.

Sozialdemokratischer, kirchlicher und militärischer Widerstand vereint

Willy Aron (1907 – 1933) war das erste Opfer, das der nationalsozialistische Terror aus Bamberg forderte. Auch als Waffenstudent der paritätischen Studentenverbindung „Wirceburgia“, der Aron im Wintersemester 1925/26 beitrat, engagierte er sich weiterhin in der Sozialistischen Arbeiter-Jugend seiner Heimatstadt. Schon früh geriet der kämpferische Jungsozialist ins Visier der Nationalsozialisten. Als Justizreferendar hatte er im Prozess um eine von den Nationalsozialisten initiierte Massenschlägerei die Verteidigung mehrerer Sozialdemokraten übernommen. Ob seine Führungstätigkeit innerhalb des örtlichen Reichsbanners Scharz-Rot-Gold oder seine Äußerung, die neuen Machthaber hätten den Reichstag selbst in Brand gesteckt, den äußeren Anlass für seine frühe Verhaftung gab, ist bis heute umstritten. Im Konzentrationslager Dachau wurde er brutal misshandelt. Sein Sarg durfte bis zur Beisetzung am 22. Mai 1933 auf dem jüdischen Friedhof in Bamberg nicht mehr geöffnet werden.

Zum siebzigsten Todestag Arons wurde 2003 die Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e. V. gegründet, die seitdem in Bamberg unter anderem zahlreiche „Stolpersteine“ verlegen ließ oder in Zusammenarbeit mit örtlichen Schule Menschenrechtsbildung betreibt. Mit einer Gedenkfeier am Stolperstein für Willy Aron, der sich in der Bamberger Luitpoldstraße befindet, wurde 2011 die fränkische Regionalgruppe des Lassalle-Kreises ins Leben gerufen. Überdies erinnert im Landgericht Bamberg eine Ehrentafel an Willy Aron.

Hans Wölfel (1902 – 1944), Bamberger Rechtsanwalt und Vorsitzender des Ortskartells katholischer Vereine, trat nach anfänglichen Vorbehalten gegenüber der neuen Republik immer stärker für eine rechtsstaatliche und demokratische Ordnung auf Basis christlicher Werte ein. Als Rechtsanwalt setzte er sich für Opfer des nationalsozialistischem Regimes und gesellschaftlich Benachteiligte ein. Seine Kanzlei wurde von den neuen Machthabern geplündert, seine Akten am Tag der Bücherverbrennung den Flammen übergeben. Im Geheimen suchte er Verbündete, die sich für ein neues, friedvolles Deutschland einsetzen wollten. 1943 denunziert, wurde er durch den Volksgerichtshof wegen angeblicher Wehrkraftzersetzung verurteilt und am 3. Juli 1944 mit dem Fallbeil in Brandenburg-Görden hingerichtet.

Sein Name findet sich im kirchlichen Martyrologium des zwanzigsten Jahrhunderts, ein Seligsprechungsverfahren wird angestrebt. Hans Wölfel ist in einem Ehrengrab auf dem Bamberger Friedhof bestattet, vor allem der Förderkreis zur Pflege des Erinnerns an Hans Wölfel hält sein Gedächtnis bis heute lebendig.

Claus Schenk Graf von Stauffenberg (1907 – 1944), trat Ende der Zwanzigerjahre des zwanzigsten Jahrhunderts dem Kavallerieregiment der 17er Reiter in Bamberg bei. Im Laufe der Zeit erkannte Stauffenberg, dass die neuen Machthaber nichts mit seinen Ideen eines wieder erstarkten Deutschlands zu tun hatten. Er entschloss sich zu einem Attentat auf Adolf Hitler, obwohl  nur ein kleiner Teil des Militärs bereit war, den persönlichen Fahneneid auf den Führer zu brechen. Das Vorhaben misslang. Stauffenberg wurde noch am selben Tag, an dem er die Bombe im Führerhauptquartier gezündet hatte, dem 20. Juli 1944, in Berlin hingerichtet.

Eine Ehrentafel im Durchgang des Brückenrathauses erinnert in Bamberg an die Symbolfigur des gescheiterten Hitlerattentates.

Weitere Informationen zum Denkmal und zur Arbeit der Willy-Aron-Gesellschaft finden sich im Internet unter www.willy-aron.de oder www.willy-aron-gesellschaft.de.

Ein Portrait Willy Arons findet sich auch im aktuellen Sammelband des Lassalle-Kreises: Manfred Blänkner, Axel Bernd Kunze (Hgg.): Rote Fahnen, Bunte Bänder. Korporierte Sozialdemokraten von Lassalle bis heute, Bonn 2016.

Literatur zum Weiterlesen:

Willy Aron

Monika Bieber, Axel Bernd Kunze: Gedenkreden zum 70. Todestag Willy Arons am 15. Mai 2003 (Arbeitspapiere der Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e. V.; 3/2006), o. O. (Bamberg) 2006.

Andreas Dornheim, Thomas Schindler: Wilhelm Aron (1907 – 1933). Jude, NS-Gegner, Sozialdemokrat und Verbindungsstudent (Schriftenreihe des Historischen Vereins Bamberg; 40), Bamberg/Lichtenfels 2007.

Georg Grosch: Willy Aron, in: Gerhard C. Krischker: Bambergs unbequeme Bürger, Bamberg 1987, S. 25 – 28 (Quellenanhang: 29 f.).

Axel Bernd Kunze, Hendrik Leuker: Aufruf zur Zivilcourage. Ein Themenabend am 8. Mai 2008 (Arbeitspapiere der Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e. V.; 7/2008), o. O. (Bamberg) 2008.

Hans Wölfel

Mechthildis Bocksch: Hans Wölfel – Leben und Erinnerung: Ein Bamberger im Widerstand gegen den Nationalsozialismus, Bamberg 2004.

Mechthildis Bocksch: Hans Wölfel (1902 bis 1944) – ein Bamberger im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Vortrag am 11. Juni 2008 auf Einladung der Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e. V. (Arbeitspapiere der Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e. V.; 10/2008), o. O. (Bamberg) 2008.

Claus Schenk Graf von Stauffenberg

Nikolai Czugunow-Schmitt, Christiane Dillig, Gerhard Förch, Helmut Müller, Alwin Reindl: Gedenkfeier für Claus Schenk Graf von Stauffenberg am 20. Juli 2008, Ehrentafel im Durchgang des Alten Rathauses Bamberg (Arbeitspapiere der Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e. V.; 12/2008), o. O. (Bamberg) 2008.

Nikolai Czugunow-Schmitt, Gerhard Förch, Helmut Müller, Otfried Sperl: Gedenkmesse im Hohen Dom zu Bamberg. Zum 100. Geburtstag von Oberst i. G. Schenk Graf von Stauffenberg – zugleich im Gedächtnis an die weiteren Bamberger Opfer des Widerstands aus dem Regiment der 17er Reiter sowie im Gedenken an den 105. Geburtstag von Rechtsanwalt Hans Wölfel und den 100. Geburtstag von Rechtsreferendar Willy Aron. 15. November 2007, 18.00 Uhr (Arbeitspapiere der Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg; 1/2008), o. O. (Bamberg) 2008.

Nikolai Czugunow-Schmitt, Helmut Müller, Gerhard Rammel, Peter Sauerbruch, Reinhard Zintl: Stauffenberg-Gedenkveranstaltung. 20. Juli 2007,  Bamberg, Ehrentafel im Durchgang des Alten Rathauses (Arbeitspapiere der Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg; 1/2007), o. O. (Bamberg) 2007.




 

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